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Die dänisher pilgrimsrute

Hærvejen – der dänische Camino

Gejlå-bro t

Die Wanderung auf dem Camino in Nordspanien ist in den vergangenen 20 Jahren sehr beliebt geworden. Pro Jahr wandern bis zu 200.000 Wanderer mindestens 100 Km. und in der Hochsaison passieren mehr als 1000 Personen pro Tag die beliebten Stätten. Es ist verständlich, dass viele ehemalige Caminowanderer sich nach anderen Wanderwegen umschauen – teils nach alternativen Routen nach Santiago, teils nach anderen europäischen Zielen wie Rom und Trondhjem.In Europa gibt es ein Geflecht von Kulturrouten, die auch ehemalige Pilgerwege sind. Hærvejen in Jylland von Padborg nach Viborg und weiter über Nord-Jylland wurde als Europäische Kulturroute 2010 ernannt und wird als ein Pilgerweg angesehen, der Nidaros  und Trondhjem im Norden mit Santiago, Rom und Jerusalem im Süden verbindet.

Wir nennen ihn normalerweise  Hærvejen – als ob es nur einen Weg gibt. Der Hærvejen bestand aus mehreren Wegen, die über das zentrale Jylland von Nord bis Süd führte. Wenn ein Weg  aufgepflügt war, wählte man einen anderen, und so entstanden mehrere Wege, die alle als Hærvejen bezeichnet wurden. Ausserdem wurden Ochsen und Vieh in der Regel über andere Wege geführt als Fuhrwerke und Wanderer.  Viele dieser Spuren trafen jedoch zusammen, wo  Forde und Brücken waren, z.B. Immervad Bro und Poulsbro. In Sønderjylland wurde Hærvejen Ochsenweg genannt und ging südwärts über Schleswig weiter durch Europa zu den bedeutenden Pilgerzielen Rom und Santiago de Compostela. Möchte man sich in die Geschichte des Hærvejen vertiefen, empfehle ich Hugo Matthiessens Buch « Hærvejen » und Mads Lidegaards Führer über die einzelnen Strecken. Neuerdings gibt es auch einen Führer ”Hærvejen” mit Routenkarte,  von Syddansk Turisme und Viborg Turistbureau verlegt. Die jeweiligen Fremdenverkehrsbüros bieten darüber hinaus  verschiedene Broschüren über lokale Sehenswürdigkeiten an.

Hærvejen – Oksevejen  – Kongevejen – Studevejen – von Padborg nach Viborg har das Potentiale, sich zu einem Pilgerweg zu entwickeln. Die Strecke führt über stille Kulturlandschaften und Wälder in dem relativ dünn bevölkerten Teil Jyllands. Kulturspuren sowie Hühnengräber und Runensteine sind in der Litteratur gründlich beschrieben- spätestens im neuen Führer über Hærvejen. Die Route ist markiert und es gibt aktuelle käufliche Karten, die man auch auf der Seite ”haervej.dk” findet. 33 Kirchen liegen am Hærvejen. Die meisten von ihnen stehen Reisenden offen. Es befinden sich 20 Geschäfte vorort und Bahn- und Busverbindungen sind von sämtlichen Teilstrecken der Route erreichbar. Zu guter Letzt liegen 14 Herbergen an der Strecke zwischen Padborg und Viborg (290Km), wo Wanderer, Radler und Reiter mittels 100 Dkr. pro Nacht übernachten können. Es gibt neu herbergen auf der Strecke Viborg – Hirtshals/Frederikshavn.

Die Hærvejsroute  für Wanderer und Radler wurde vor 20 Jahren markiert und kartiert. Sie folgt im Grossen und Ganzen  der alten Hærvejsspur entlang des jytländischen Grats und der west-östlichen Wasserscheide.. Die Routen folgen existierenden Pfaden und Landstrassen, aber Verbesserungen sind noch erwünscht. Auf einigen Teilstrecken ist zu viel Asphalt und örtlicher Verkehr. Der Abstand zwischen den Geschäften und Einkaufsmöglichkeiten ist weit und es gibt nur wenige Restaurants und Gastwirtschaften an den Routen.

Mehrere regionale Pläne mit dem Zweck, das tourismusmässige Potentiale am Hærvejen zu exponieren und zu entwickeln, sind bereits erarbeitet.  2012 hat Rold Skov Naturcenter in Zusammenarbeit mit  den nordjytländischen Landkreisen eine Fortsetzung des Hærvejen von Viborg in nördlicher Richtung nach beziehungsweise Frederikshavn und Hirtshals  skizziert.

Im Pilgerbüro in Santiago werden an alle Wanderer, die mit einem Pilgerpas registriert sind, die Frage gestellt: Welches Motiv es für die Reise nach Santiago gibt. Ist sie religiös/spirituell, kulturhistorisch, sportlich oder sozial motiviert? Bist du Wanderer, Radler oder Reiter?  Besonders das soziale Aspekt wiegt schwer, treffen sich doch viele Wanderer unterwegs auf der Route in den Herbergen und Gastwirtschaften. So entsteht eine inclusive Gemeinschaft mit grosser Spannweite und Akzeptanz unter Christen, Neu-religiösen, Atheisten und Menschen, die die existentiellen Themen des Lebens befragen. Unter den 2 Mill. Pilgern, die über die vergangenen 10 Jahre den Camino gewandert haben, sind viele neue Freundschaften und viele ganz neue Erkenntnissen entstanden.

Der Verein ”Herberger langs Hærvejen” bestrebt sich, den Geist weiterzuführen, der in den Herbergen des Camino herrscht. Man kann auf dem Hærvejen wandern, radeln oder reiten und in einer der 14 Herbergen, die am Hærvejen liegen, übernachten. Die Herbergen liegen mit einem Abstand von za. 20 Km. und werden nach denselben Prinzipien wie die Herbergen an dem Camino bewirtschaftet.

Man kann/muss nicht im Voraus buchen

  • Übernachtung kostet 100 Dkr. pro Person.
  • Übernachtung  findet i einem oder mehreren Gemeinschaftsräumen statt.
  • Es gibt Küche und Duschen in den Herbergen.

Die Herbergen sind JUNI – JULI – AUGUST offen